Colonia Dignidad:Folter im Namen Gottes

Paul Schäfer: Sadist und Kinderschänder einer Sekte

Nachdem sich während Paul Schäfers Jugendarbeit in der Kirche die Gerüchte über Kindesmissbrauchs und Misshandlung mehren, macht er sich sich in den 50er Jahren als Laienprediger selbstständig.  Mit seinem befreundeten Prediger Hugo Baar, der ihm später in die Colonia Dignidad folgt, verbreitet er in der Gemeinde Gottes Schreckensszenarien und radikale biblische Ansichten. Später werden zwei Fälle von vergewaltigten Jungen bekannt. Schäfer und Baar fliehen mit gut einem drittel ihrer Anhänger nach Chile, um angeblich dem Kommunismus zu entkommen.

Dort gründet er eine Sekte beziehungsweise eine totalitäre religiöse Gemeinschaft, in der absolute Kontrolle und Demut herrscht. Um das Projekt im Süden Chiles, das kilometerweit keine Nachbarn hat, baut Schäfer einen elektronischen Zaun. Wer jetzt noch aus der Sekte fliehen will, hat versiegt. Nur 5 Mitglieder schaffen es, seit der Gründung 1961 aus der Sekte zu fliehen.

ArBeit ohne Lohn

Der Alltag in der Colonia Dignidad lässt sich mit KZ-Sprüchen der Arbeitslager in Polen vergleichen: „Arbeit macht frei.“ Frauen, Männer und Kinder leben strikt getrennt, eine Privatsphäre gibt es nicht, außer beim Schlafen stehen die Bewohner der Sekte unter ständiger Beobachtung. Von früh morgens bis spät abends wird ohne Lohn, sondern für die Gemeinschaft und den Gefallen Gottes, hart gearbeitet.

Systematischer Missbrauch an der Tagesordnung

Wer sich auch nur die kleinsten Fehltritte erlaubt wird bestraft. Besonders angeblich unzüchtiges, dämonisches Verhalten von Frauen wird in Eigenverantwortung geregelt. Kollektives Verprügeln von Mitgliedern oder Elektroschocks stehen an der Tagesordnung. Systematischer Missbrauch von Jungen im Badezimmer des Anführers oder die Zwangseinnahme von Psychopharmaka ebenfalls.

Seit 1976 steht die Colonia Dignidad wegen dieser massiven Menschenrechtsverletzungen unter der Beobachtung der UNO und von Amnesty International. Viel geändert hat sich bis zu Paul Schäfers Tod allerdings nichts. Der Anführer der Sekte war ein autoritärer Mann mit stark sadistischen Zügen. Dennoch folgten ihm hunderte Deutsche nach Chile.

Nach dem Pinuchet-Putsch wurde das Tunnelsystem oft als Folterkammer für die Gegner des Regimes verwendet. Bis zu 30 Morde mit anschließender Verbrennung sind nachgewiesen. Während dieser Zeit Umgang das Regime durch die Zollbegünstigungen der Deutschen das Einfuhrgebot von Waffen. Das Regime profitierte sehr von der Sekte.

Die deutsche Botschaft schützt die Colinia Dignidad

Angeblich wusste die BND schon seit 1966 von KZ-Ähnlichen Zuständen. Bis 1985 legte aber dennoch die deutsche Botschaft ihre schützende Hand auf die Colonia Didnidad. Geflüchtete schickte die Botschaft zurück in das Lager, in dem ihnen schwere Bestrafungen drohten.

2005 wurde Paul Schäfer nach achtjährigem untertauchen festgenommen. Vor allem der sexuelle Missbrauch und die Entführung Kinder konnte ihm zu Last gelegt werden. Erst nach seinem Tod 2010 „normalisierten“ sich die Zustände in der Colonia Dignidad.

Ein Gedenken an die Opfer gibt es nicht. Noch heute Leben 120 Mitwirkende oder Opfer in der Kolonie, die traditionelle deutsche Veranstaltungen als Touristenattraktionen verkaufen.

 

Quelle:

  • http://bilder1.n-tv.de/img/incoming/origs16715716/3322736281-w1000-h960/15-colonia-dignidad-R7A7997.jpg
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