Homosexuelle Liebe in aller Welt

In Deutschland ist sie noch immer nicht angekommen, die Homo-Ehe. Allerdings kann man sich seit Ende der 90er eine Partnerschaft eintragen lassen – trotzdem nicht wirklich Gleichberechtigung. Bis 1971 war Homosexualität in Deutschland tatsächlich noch strafbar. Solange ist Deutschland also noch nicht so liberal und offen, und ist es auch jetzt nicht.

Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Wo müssen Homosexuelle sogar um ihr Leben fürchten? Teils sind die Gesetze Vermächtnisse der Kolonialzeit oder Wiederbelebungen des Islams.

In Nigeria kann ein Homosexueller mit einer Todesstrafe rechnen, auf ihn wartet dort die Steinigung. In solchen Ländern ist jeder öffentliche Beweis der Zuneigung lebensgefährlich. Auch im Sudan droht Mann oder Frau bei gleichgeschlechtlicher Liebe die Todesstrafe.

Oft wird zwischen Männern und Frauen in der Gesetzgebung unterschieden. Vor allen in islamischen Ländern werden Frauen meist gequält oder weniger lange ins Gefängnis gesteckt. Im Iran gilt einem Schwulen beispielweise die Todesstrafe, der Frau allerdings 100 Peitschenhiebe, die natürlich auch zum Tod führen könnten. In jedem Fall ist Homosexualität in islamischen Ländern ein sozialer Tod. Akzeptanz sucht man hier vergebens. Homosexualität ist der Ansicht der Bevölkerung nach wider die Natur und muss geahndet werden, auch um andere „Täter“ abzuschrecken.

Wenn man an Jamaika denkt, denkt man an Strand, Palmen, Reggea und tatsächlich auch Marihuana. Die Jamaikaner scheinen doch ein sehr tolerantes und entspanntes Volk zu sein. Aber nicht wenn es um Homosexualität geht. Auch hier stirbt ein Mann als Höchststrafe und eine Frau muss bis zu 100 Peitschenhiebe ertragen.

Vor allen Dingen für Reisende können solch Gesetzte zum Verhängnis werden. Jamaika ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen um mal richtig zu relaxen, besonders für Pärchen. Homosexuelle Pärchen sollten sich deshalb außerhalb Europas und Nordamerikas genauestens darüber informieren, ob Homosexualität am Traumziel unter Strafe steht.

Besonders schockierend ist diese Gesetztes-Bilanz, wenn man seinen Blinkwinkel ein wenig verschiebt. Viele konservative Gegner einer legalen Homo-Ehe kritisieren, dass Homosexualität eine verwerfliche Entscheidung zu einem unnatürlichen Lebensstil sei. Wie man heute aber im Allgemeinen weiß, ist Homosexualität im biologischen Erbgut enthalten. Daran können auch keine Gesetze etwas ändern. Auch in der Tierwelt ist sie zur Genüge zu beobachten. Erkennt man also Homosexualität als ein genetisch vorprogrammierter Teil eines Menschen an, lässt sich dieser gleichstellen mit Hautfarbe, Haarfarbe, Augenfarbe oder sogar Größe.

Man stelle sich vor diese Menschen würden aufgrund ihrer blauen Augen in solchen Ländern getötet, oder weil sie nicht groß genug sind, oder weil sie nicht in die Norm passen. Es erinnert stark an die Euthanasie während der Hitlerzeit. Jeder Mensch mit blauen Augen, der keine Sonnenbrille trägt, würde in Jamaika gesteinigt.

Umso schockierender ist es, dass es in Deutschland „blauäugigen“ Menschen verwehrt bleiben soll eine Ehe zu führen, oder Kinder zu adoptieren. Betrachtet man Homosexualität auf diese Weise, wird das Problem für Heteros viel offensichtlicher.

Haben Sie blaue Augen? Sind sie verheiratet? Stellen Sie sich vor Sie hätten ihre Flitterwochen in Jamaika verbracht. Glück gehabt, Sie sind vielleicht heterosexuell. Aber stellen Sie sich vor Homosexualität bedeutete blaue Augen zu haben.

 

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Text: Larissa B.
Bild: http://goo.gl/b95YEC

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