Rente

  • Armut im Alter?

    Deutschland wird älter. Das lässt sich ganz wörtlich nehmen, denn die Lebenserwartung der Deutschen war noch nie höher. Durch moderne medizinische Versorgung leben wir länger, sagt zumindest der Durchschnitt. Eine geringere Geburtenrate trägt außerdem dazu bei, dass weniger „Nachschub“ kommt. Konnte Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine klassische Pyramide (viele Junge, wenige Alte) vorweisen, dominieren jetzt die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge das Feld.

    Diese kommen jetzt in das Alter, in dem der Hammer fällt. Habe ich genug gearbeitet? Wird meine Rente reichen? Soll ich in Armut leben, obwohl ich fast fünfzig Jahre lang geschuftet habe? Das Durchschnittsalter steigt, aber das Rentenniveau sinkt dramatisch. Viele ältere Menschen sind auf äußere Hilfe angewiesen, oft sogar Tafeln. Ein würdevolles Altern wird mit der staatlichen Rente kaum noch gewährleistet. Ohne eine Rente, die mit Kapital gedeckt ist, werden viele angehende Rentner bald von der Armut bedroht. Und das im Deutschland des 21. Jahrhunderts.

    Die Riesterrente konnte dieses Problem nicht lösen. Gerade Geringverdiener schließen oft keinen Riestervertrag ab und eine betriebliche Altersvorsorge gibt es oft auch nicht. Selbst für die 70 Prozent, die durch eine Riesterrente abgesichert sind, wird das Geld bei Weitem nicht immer ausreichen.

    Eine privat finanzierte Altersvorsorge scheint mittlerweile unvermeidbar. Deshalb kommt aus Hessen derzeit ein wild diskutierter Vorschlag einer „Deutschlandrente“, d.h. eine staatlich organisierte Zusatzrente. Alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten soll diese als eine Standardoption angeboten werden.

    Die Deutschlandrente könnte einen Kompromiss zwischen vorgeschriebener Zusatzrente, die viele Arbeitnehmer in ihrer Freiheit nach Eigenbestimmung einschränken würde, und komplett privat finanzierter Zusatzrente sein, die Geringverdiener oftmals nicht wählen. Sie könnte das Spektrum zur Absicherung erweitern.

    Die von der Bundesregierung angestrebten Reformen, sowie eine Art Deutschlandrente, sind laut deutscher Demographie auch bitter nötig. Es wird im Verhältnis nur wenige junge Menschen geben, die die Altersvorsorge der kommenden älteren Generationen finanzieren.

    Die Generation, die Deutschland aufgebaut, bearbeitet und gebildet hat, sollte nicht in eine solche Zukunft blicken müssen.

     

     

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    Text: Larissa B.
    Bild: http://goo.gl/GJRwMk

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