Sicherheit

  • Autodiebstahl leicht gemacht - Fahrzeuge per Funk öffnen

    Sicherheitslücken bei 15 Autoherstellern

    VW Schlüsel, Fahrzeuge

    Forscher haben auf der Usenix-Konferenz in Austin, USA ihre Ergebnisse über erhebliche Sicherheitslücken bei Modellen von ca. 15 Autoherstellern entdeckt.. Bei Experimenten stellten sie fest, dass die Funkfunktion, mit denen man das Auto per Fernbedienung öffnet, bei etlichen Autos außer Kraft gesetzt werden konnte. Auch der ADAC bestätigt, dass Fahrzeuge ohne manuelle Schlüsselsysteme besonders gefährdet für Diebstahl sind.

    Ein solches Experiment läuft also wie folgt ab: Die Fahrzeugbesitzer entfernen sich, z.B. beim Einkaufen im Supermarkt, vom Fahrzeug. Währenddessen zeichnen die Forscher mithilfe eines Senders das Signal des Schlüssels auf. Wenn die Besitzer zurückkehren öffnen sie das Auto von weitem – ganz zum Schock der Fahrzeugführer, die das größtenteils ängstigt und verärgert.

    Rund 100 Millionen Fahrzeuge betroffen

    Schätzungen zufolge sind weltweit rund 100 Millionen Autos betroffen. Vor allem VW ist unter diesen. Fast semtliche Modelle seit Baujahr 1995 lassen sich mit dieser Technik problemlos und ohne Spuren öffnen. Darunter sind auch die Tochtergesellschaften Audi, Škoda und Seat. Hinzu kommen Modelle von Alfa Romeo, Citroën, Dacia, Fiat, Ford, Lancia, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot und Renault, obwohl ein Autodieb bei diesen mehrere Funksignale zum Öffnen des Autos abfangen muss.

    Bei der Konzeption der Schlüssel wurden nur wenige Passphrasen programmiert, weshalb solche Diebstähle mehr als wahrscheinlich werden. Um diesen Prozess zu verstehen sollte eventuelle die Technik hinter den Funkschlüsseln erklärt werden: Der Schlüssel sendet ein verschlüsseltes Signal an das Fahrzeug, wenn es geöffnet werden soll. Bei den VW-Fahrzeugen ist es den Forschern gelungen diese Verschlüsselung zu reproduzieren.

    Reale Gefahr?

    Gut, werden Sie sagen, aber was hat das denn mit der Realität zu tun? Schließlich sind kleinkriminelle Autodiebe keine Forscher. Wenn man aber den Gerüchten Glauben schenkt, gab es in Deutschland bereits Fälle von eben solchen Diebstählen, die sich dieser Technologie behalfen. Die Hardware kostet weniger als hundert Euro und passt in eine herkömmliche Tasche.

    Man könnte sogar die Signale von mehreren Fahrzeugen auf einem Parkplatz mitschneiden und so z.B. nachts sehr viele Fahrzeuge auf einmal öffnen.

    Das Starten des Autos ist hiermit allerdings meist noch nicht möglich. Ein Schlüssel oder andere Startsysteme (z.B. per Fingerabdruck) sind hierfür noch nötig. Wertsachen können aber ohne Spuren durch diese Technik mitgenommen werden. Der Fahrzeughalter bemerkt dies vielleicht sogar erst später.

    VW geht es mit dieser weiteren Qualitätslücke nicht unbedingt besser. Rückrufe oder Anschreiben an die Kunden wurden bis jetzt noch nicht vorgenommen oder geplant.

     

    Bildquelle:

    • https://data.motor-talk.de/data/galleries/85746/5635596/p1060329-32411.JPG
    • http://s.telegraph.co.uk/graphics/TimelineGenerator/bin/img/1443021280303/vw-logo-3_3457184a.jpg
  • Was tut Deutschland gegen den Terror und wie sicher sind wir wirklich?

    Was tut Deutschland gegen den Terror und wie sicher sind wir wirklich?

    Nach den heutigen Anschlägen in Brüssel sitzt der Schock Europa noch tief in den Knochen. Der Großteil der Bevölkerung Deutschlands fragt sich mittlerweile schon nicht mehr, ob Vergleichbares bei uns geschehen kann, sondern wann es geschehen wird. Es scheint als sitze man auf einer Zeitbombe, die nicht entschärft werden kann. Europa ist im Krieg mit einem unsichtbaren Feind.

    Immer wieder wird in Kommentaren zu Brüssel eine fehlende Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten kritisiert. Diese könnten Behinderungen für Aufklärungen versuchter Attentate darstellen. Was macht aber Deutschland ganz konkret gegen den Terror? Was wird angestrebt, steht auf dem Papier, wird aber nicht umgesetzt?

    + Verstärkte Kontrollen an den Grenzen, Flughäfen und Bahnhöfen

    + Sammeln von möglichst vielen Infos über Islamisten in Europa. (Geheimdienste sollen sich austauschen, tun es aber nicht vollständig durch „nationale Egoismen“)

    +Verdächtige Islamisten werden überwacht. (Liste mit 1000 Islamisten, einige davon aber sogar mit akuter Terrorgefahr, Razzien, Überwachung von Handys)

    + Orte mit Terrorwarnungen werden besonders gut geschützt

    + Plan (!!) zur Optimierung des Informationsaustausches RAN („Radicalisation Awareness Network“)

    + Europols Zugang zum Visa-Infosystem

    + Stoppen von Geldfluss innerhalb terroristischer Organisationen

    + militärischer Einsatz gegen den IS seit den Anschlägen in Paris

     

    Diese Pläne und Fakten erscheinen natürlich erst einmal beruhigend. Allerdings hatte Belgien ganz ähnliche Pläne, trotzdem ereigneten sich die heutigen Anschläge. An der Umsetzung dieser Pläne hapert es aber noch sehr.  Problem ist auch die Wahllosigkeit des islamistischen Terrorismus. Das Ziel ist, blind zu töten! Gerade deshalb muss Europa diese immanente Gefahr mehr als ernst nehmen. Ein Anschlag ist immer und zu jeder Zeit auch in Deutschland denkbar.

    Was Deutschland und Europa im Angesicht der Ereignisse eigentlich (nicht planen, sondern) tun müssten:

    - Mehr Gelder für die innere Sicherheit: Normale Sicherheitskräfte tragen keine Schusswesten, die den Kriegswaffen der Terroristen standhalten. Außerdem brauchen diese Kräfte vergleichbare Maschinengewähre. Zumindest Zweitmagazine müssen ungeachtet der Kosten für jeden Beamten bereitgestellt werden! Die Ausstattung für die Erhaltung der inneren Sicherheit ist völlig unzureichend.

     

    - Endlich müssen EU-Mitglieder tatsächlich jegliche Informationen, die bereits da sind, ungeachtet der Quellen zur europäischen Sicherheit freigeben. Nur so kann ein im Untergrund organisiertes Terrornetzwerk überhaupt nachvollzogen werden. Europa hat vielmehr Informationen als es tatsächlich nutzt.

    - „Die Zeit des Durchwinkens ist vorbei!“, auch Grenzen innerhalb Europas müssen viel schärfer kontrolliert werden. Reisefreiheit ist wichtig, aber die konkreten Terrorwarnungen müssen ernster genommen werden.

     

    Am Ende bleibt noch immer die ernüchternde Erkenntnis, dass ein Anschlag auch in Deutschland sehr schnell passieren kann. Europa könnte mit Zusammenarbeit, ohne nationalen Eigensinn, mehr erreichen, auch in der Flüchtlingskrise. Wenn es zu Anschlägen kommt, sollten wenigstens unsere Sicherheitskräfte bestmöglich ausgerüstet sein. Dies ist momentan nicht der Fall. Es muss die Erkenntnis stattfinden, dass wir nicht mehr in einem vermeintlich sicheren Europa leben. Die Gefahr ist da, und sie ist real. Punkt.

     

     

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    Text: Larissa B.
    Bilder: http://goo.gl/ilWAaU

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