Täter

  • Köln und Hamburg: Organisierte Vertuschung einer Bedrohung?

    Als ich den Eintrag über die vergangene Silvesternacht schrieb, war die kriminelle Atmosphäre in der Hauptstadt Deutschlands, wie fast jedes Jahr, in den nationalen Medien allgegenwärtig. Erste Berichte über die erschütternden Vorkommnisse in Köln und Hamburg, wo es zu gehäuften Übergriffen von sexueller Gewalt und Raub kam, gab es in den großen Medien erst am 4. Januar.

    Die Täter sollen nach Aussagen von Zeugen aus dem arabischen und...

    Quelle: Spiegel.de

    Deutschlands Redaktionen haben überall Augen und Ohren, wenn es um den neuesten Uli Hoeneß Skandal geht, wie kann es also sein, dass es vier geschlagene Tage dauerte, bis diese Vorfälle ihren Weg zu ihnen fanden? Erst auf den Druck in Social Media hin, schien das Thema für die Medien interessant zu werden. Alle fragten sich, als sie nach der Meldung die Vorfälle googelten und nur zersplitterte und vage Artikel vorfanden, wo zur Hölle sind die Informationen?

    Es mag sein, dass die Presse äußerst vorsichtig vorgehen wollte mit ihren Anschuldigungen, und es mag auch sein, dass die Polizei von den Anzeigen wegen sexueller Belästigung, Raub, Nötigung etc., erst später eingingen. Was allerdings nicht sein kann ist, dass Facebook und Twitter voll waren mit Zeugenberichten, jedoch noch immer jegliche Spur in den Medien fehlte. Mittlerweile sind mehr als 150 Anzeigen gegen Unbekannt eingegangen. Es gibt kein genaues Täterprofil, außer, dass die große Gruppe der Männer „nordafrikanisch“ ausgesehen haben soll.

    Erst jetzt wissen wir, dass es in insgesamt zwei Fällen auch um Vergewaltigung gehen soll. Erst jetzt konnten die Berichte der „explosiven Stimmung“ durch Journalisten zusammengefasst werden. Was hat da nur so lange gedauert? Ein Laie hat den Eindruck,  als wäre der redaktionelle Prozess in Absprache mutwillig hinausgezögert worden – ob aus medienethischen Gründen oder vielleicht doch aus bloßer Unwissenheit (was sehr unwahrscheinlich ist) bleibt unklar.

    Was sich kaum einer traut zu erwähnen ist die neue Angst, die sich vor allen Dingen auf der weiblichen Seite breitgemacht hat. Es ist keinesfalls bestätigt, dass Geflüchtete hinter diesen Übergriffen stecken. Dennoch ist klar, dass sie männlich waren und allesamt eine andere Ethik und Moral Frauen gegenüber erfahren haben, als die meisten hier in Deutschland. Die chaotischen Verhältnisse in Köln und Hamburg, das frauenverachtende Verhalten erinnern an „Rape Culture“, den arabischen Frühling in Tunesien. Ist die patriarchalische Ethik auf dem Vormarsch?

    Eine derart öffentliche, kollektive und barbarische Gewalt gegenüber Frauen war in Deutschland zumindest bisher kaum zu erkennen. Hemmschwellen sinken. Vorfälle wie diese werden als Ausrutscher akzeptiert. Das darf aber nicht passieren. Wer sich so verhält, ist eine Gefahr für deutsche moralische Standards und unsere Zukunft. Ob deutsch, syrisch, chinesisch oder vom Mond.

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