Warum die Holzklasse manchmal einfach durchdreht

„Air Rage“ zu Deutsch Luftagression, tritt häufiger auf als man es sich vorstellen mag. Ganz dramatisch, a la Kino, rasten regelmäßig Passagiere in der Holzklasse wegen Kleinigkeiten aus.

Bei einem 24 h Flug von Frankfurt nach Sydney kann man es den armen (also, den die sich keine 1.Klasse Tickets leisten können) Leuten kaum verübeln (inklusive ich selbst). Weniger Platz für die Knie als die Beine lang sind und Essensgeruch, der einem den Magen umdreht. Wer dann auch noch nicht einmal schlafen kann, kann schon mal die Nerven verlieren.

Ganz zu dem Leidwesen der Flugbegleiter an Bord: die hochroten Köpfe mit pochender Stirnader schreien, pöbeln, prügeln oder schütten ihren Kaffee nicht in sich hinein, sondern auf den Kopf der blonden Stewardess. Wie im Fernsehen, werden teilweise wütende Passagiere mit Fesseln ruhiggestellt, um den Flug nicht weiter zu stören... wenn das denn möglich ist.

Forscher der Universität Toronto untersuchten nun die Aufzeichnungen des Phänomens und fanden dabei heraus, dass vor allen Dingen ein Faktor zu vermehrten Wutausbrüchen führt: Soziale Ungleichheit.

Wer kennt es nicht. Jeder, der bei Langstreckenflügen schon mal am 1.Klasse-Bereich vorbeigegangen ist und sich dann dennoch in den mickrigen Sitz neben der quatschenden Tante Maggie und vor das Kind, das am eigenen Sitz rüttelt, setzten musste, weiß, was das für ein Gefühl ist: Neid. Soziale Ungleichheit, ein Gefühl von Ungerechtigkeit.

Bei einem Vorbeigehen verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Holzklasse ein Ausraster hat.

Die Klassentrennung hat laut der Untersuchung den selben Effekt wie eine neun stündige Verspätung. Eine räumliche Aufteilung in Klassen macht uns mehr bewusst, dass das Vermögen der Gesellschaft eben ungleich verteilt ist. Auch in Büroräumen ist dies übrigens der Fall. Wer auf dem Weg zum Schreibtisch am Chefbüro vorbei muss hat ein höheres Potenzial für unsoziales Verhalten.

Im Flugzeug zeigt sich aber nicht nur aktive Aggression, sondern auch schlicht passiver Protest. Rauchen in der Kabine gehört zu den häufigsten Ausfällen des menschlichen Anstands. „Jetzt zeig ich es dieser ausnehmenden Fluggesellschaft, die mir eh nur das Geld aus der Tasche zieht.“

Mein Geheimmittel gegen schlechte Laune beim Fliegen ist einfach: Schlaftabletten. Gute Nacht! Wer auf Klo muss, soll über mich rüber steigen.

 

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Text: Larissa B.
Bild: http://goo.gl/quAxiz

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