Was tut Deutschland gegen den Terror und wie sicher sind wir wirklich?

Was tut Deutschland gegen den Terror und wie sicher sind wir wirklich?

Nach den heutigen Anschlägen in Brüssel sitzt der Schock Europa noch tief in den Knochen. Der Großteil der Bevölkerung Deutschlands fragt sich mittlerweile schon nicht mehr, ob Vergleichbares bei uns geschehen kann, sondern wann es geschehen wird. Es scheint als sitze man auf einer Zeitbombe, die nicht entschärft werden kann. Europa ist im Krieg mit einem unsichtbaren Feind.

Immer wieder wird in Kommentaren zu Brüssel eine fehlende Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten kritisiert. Diese könnten Behinderungen für Aufklärungen versuchter Attentate darstellen. Was macht aber Deutschland ganz konkret gegen den Terror? Was wird angestrebt, steht auf dem Papier, wird aber nicht umgesetzt?

+ Verstärkte Kontrollen an den Grenzen, Flughäfen und Bahnhöfen

+ Sammeln von möglichst vielen Infos über Islamisten in Europa. (Geheimdienste sollen sich austauschen, tun es aber nicht vollständig durch „nationale Egoismen“)

+Verdächtige Islamisten werden überwacht. (Liste mit 1000 Islamisten, einige davon aber sogar mit akuter Terrorgefahr, Razzien, Überwachung von Handys)

+ Orte mit Terrorwarnungen werden besonders gut geschützt

+ Plan (!!) zur Optimierung des Informationsaustausches RAN („Radicalisation Awareness Network“)

+ Europols Zugang zum Visa-Infosystem

+ Stoppen von Geldfluss innerhalb terroristischer Organisationen

+ militärischer Einsatz gegen den IS seit den Anschlägen in Paris

 

Diese Pläne und Fakten erscheinen natürlich erst einmal beruhigend. Allerdings hatte Belgien ganz ähnliche Pläne, trotzdem ereigneten sich die heutigen Anschläge. An der Umsetzung dieser Pläne hapert es aber noch sehr.  Problem ist auch die Wahllosigkeit des islamistischen Terrorismus. Das Ziel ist, blind zu töten! Gerade deshalb muss Europa diese immanente Gefahr mehr als ernst nehmen. Ein Anschlag ist immer und zu jeder Zeit auch in Deutschland denkbar.

Was Deutschland und Europa im Angesicht der Ereignisse eigentlich (nicht planen, sondern) tun müssten:

- Mehr Gelder für die innere Sicherheit: Normale Sicherheitskräfte tragen keine Schusswesten, die den Kriegswaffen der Terroristen standhalten. Außerdem brauchen diese Kräfte vergleichbare Maschinengewähre. Zumindest Zweitmagazine müssen ungeachtet der Kosten für jeden Beamten bereitgestellt werden! Die Ausstattung für die Erhaltung der inneren Sicherheit ist völlig unzureichend.

 

- Endlich müssen EU-Mitglieder tatsächlich jegliche Informationen, die bereits da sind, ungeachtet der Quellen zur europäischen Sicherheit freigeben. Nur so kann ein im Untergrund organisiertes Terrornetzwerk überhaupt nachvollzogen werden. Europa hat vielmehr Informationen als es tatsächlich nutzt.

- „Die Zeit des Durchwinkens ist vorbei!“, auch Grenzen innerhalb Europas müssen viel schärfer kontrolliert werden. Reisefreiheit ist wichtig, aber die konkreten Terrorwarnungen müssen ernster genommen werden.

 

Am Ende bleibt noch immer die ernüchternde Erkenntnis, dass ein Anschlag auch in Deutschland sehr schnell passieren kann. Europa könnte mit Zusammenarbeit, ohne nationalen Eigensinn, mehr erreichen, auch in der Flüchtlingskrise. Wenn es zu Anschlägen kommt, sollten wenigstens unsere Sicherheitskräfte bestmöglich ausgerüstet sein. Dies ist momentan nicht der Fall. Es muss die Erkenntnis stattfinden, dass wir nicht mehr in einem vermeintlich sicheren Europa leben. Die Gefahr ist da, und sie ist real. Punkt.

 

 

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Text: Larissa B.
Bilder: http://goo.gl/ilWAaU

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